7. September 2001
1500 Nm Kroatin, es war eine wunderbare Zeit. Aber wie immer, es zeigte sich wieder, nichts wird besser, eher schlechter. Nachdem das Getriebe bei der Fahrt von Spanien nach Italien schon Oel verlor, dies aber noch im vertretbaren Rahmen lag, verbrauchte es nun auf 100 Sm 1 Lt. Oel mit oder ohne Motor. Da ich die Propellerwelle nicht festsetzen kann, dreht das Getriebe beim segeln mit.
Eine Reparatur war unumgaenglich. Moeglich waere dies ueber die Firma Gemo in Luebbek-Travemuende. Telefonisch vereinbarte ich einen Termin, mit der Zusage das alle eventuell erforderlichen Ersatzteile vorhanden waeren, falls irgend etwas defekt sei und ausgetauscht werden muesste.
Nachdem meine Schwester Urlaub hatte und es passte, lieh Sie mir liebenswuerdigerweise ihr Auto und ab ging es nach Italien, um das Getriebe auszubauen. Dann zurueck nach Muenchen, weiter mit Schwester ueber Hamburg nach Luebbek-Travemuende zur Firma Gemo. Eine sehr gute Adresse wie es sich heraus stellte. Auf dem Pruefstand wurde der Schaden festgestellt, dieser beseitigt, anschliessend wiederum auf dem Pruefstand, zum erneuten Probelauf- alles in Ordnung! Zwei Tage blieben wir bei den Nordlichtern, besichtigten Luebbek, den Timmelsdorfer Strand, den legendaeren Passathafen Travemuende. Angehaengt wurde noch eine kleine Butterfahrt. Bei der Heimfahrt noch die Grosse Hafenrundfahrt in Hamburg. Der Regen stoerte uns zwar nicht, aber er ging uns auch nicht ab als wir wieder Richtung Sueden duesten. In Monfalcone angekommen wurde das Getriebe eingebaut und sofort getestet. Probefahrt ging nach Piran (Slowenien), daß wir uns von aller naechsten Naehe angesehen haben. Alles Bestens, will nichts verschreien. Zurueck nach Muenchen um einiges noch zu erledigen (Will nicht enden). Der Schwager erbarmt sich nachdem alles erledigt ist und es geht mit viel Gepaeck wieder gen Sueden- in Gedanken Richtung Spanien ............usw.
Ich liege im Paeckchen, zuerst am Steg ein 20 m Bugsierer, Oldtimer, als naechstes aussen dran die Naja. Samstag Vorabend, letzte Handgriffe, will uebersteigen vom Bugsierer zur Naja, da hauts mich runter vom Schanzkleid des Oldtimers, auf Seitendeck, zwischen Deckshaus und Schanzkleid. Ich wusste nicht was passiert war, ich schrei selten, aber da, "Mich leckst am Arsch". Das tat weh, erst nach geraumter Zeit konnte ich mich aufs erste wieder bewegen und feststellen das wahrscheinlich nichts gebrochen ist. Ausser Abschuerfungen nichts gewesen!
Ich verfluchte mein Missgeschick. Es ist Samstag der 1.09 .
Am Sonntag, die Sonne scheint, ich mache meine taegliche Runde, setze mich zum fruehstuecken als mit einem Schlag Schmerzen einsetzen und binnen einer ½ Stunde schwillt der Unterschenkel bis uebers Knie aufs doppelte an, ein Elephantenfuss! Ich wusste nicht was war. Vielleicht doch was angebrochen oder gebrochen?
Hier erweist sich das Handy als sehr nuetzlich, ich rufe meinen Freund Mauro an, um ihn um Rat zu fragen. Der laesst nichts gelten, kommt sofort und bringt mich sogleich in die Klinik, was natuerlich sehr hilfreich ist. Die Wege werden sehr kurz, da sich Mauro bestens auskennt. Das unfoermige Bein am Knie etwas blau verfaerbt, wird geroengt, abgetastet, mit Ultraschall durchleuchtet. Zwischendurch immer wieder auf italenisch Personalien- Mauro nimmt mir das ab. Die Aerzte sprachen durchwegs deutsch. Sie kamen zum Schluss, kein Bruch, nicht angebrochen, viel Blut im Bein. Da war es da- ich hatte es schon vergessen- das ich seit meinem Infarkt ein kuenstlicher Bluter bin, ausserdem, etwas an Zucker leide. Ich teile es dem Arzt mit, etwas spaet aber immerhin. Wissen wahrscheinlich, das mir nicht so sehr gefaellt aber zu meinen Vorteil, der Therapie dienlich. Vorerst also kein Schnitt in mein Bein- Ende! Auf den Weg wurde mir mitgegeben: "Lagern sie es hoch, mit Eis kuehlen, ruhig stellen. Wo sie auch immer sind, die Therapie ist immer die gleiche. Dauer mindestens 14 - 20Tage". Bis auf Eis hatte ich alles an Bord, aber das koennte ich in den Bergen beim Sepp bekommen, wenn noetig. Schoss es mir durch den Kopf.
Jetzt nach einer ersten Nachuntersuchung stellt der diensthabende Arzt, Urlaubsvertreter fest, vielleicht schneiden. Aber nachdem er mit meiner Bandage am Unterschenkel nicht so recht zurecht kam, die Grosse Frage: "Soll ich ihm trauen".
Dumm gelaufen, nun koennte ich schon in einer Schoenwetterphase bei Sizilien duempeln, oder gar segeln! Wer weiss? Fest steht, das nichts fest steht. Also, an "alle" die mit mir etwas vor haben oder hatten. Wer weiss wie es weiter geht. Ich habe keine Lust durch Beschleunigung der Dinge, einmal meine Gesundheit und letztlich die Gesundheit anderer aufs Spiel zu setzten. Darum: vorlaeufige Adresse- Monfalcone! Oder mein Webmaster. Soweit der letzte Stand.
Aber es kam ganz anders!
Man moechte meinen, dass das der letzte Stand war. Die Italienischen Arzt meinten nach 14 Tagen, der Unterschenkel waere soweit in Ordnung und es Bedarf nur noch der Ruhe zum ausheilen.
Meine Schwestern waren anderer Meinung. Und um es kurz zu machen, sie holten mich nach Muenchen. Hier wurde ich operierten. Jetzt im nachhinein bin ich schon sehr froh dass es so gelaufen ist. Heute ist der 22.Sep. und mein Zeitplan ist schon gewaltig durcheinander gekommen. Fruehestens zum 1.Oct. werde ich wieder auf der NAJA sein. Aber wie sagt man schon so eben:
"Schau ma amoil".
Mit einem Pfird eich, sage ich Servus, bis demnaechst.
Roman