Hallo, Blinde Passagiere

14.08.2002 Servus Monfalcone

0730 Wir setzen den Anfang: Walter Frenzl und Ich starten auf einen laengeren Toern mit Anfangs nicht festliegenden Zielen bzw. Stationen. Klar, war nur, Kroatien, Griechenland und Italien, sollten besucht werden.

Mauros Onkel Monfalcone 14.08 45"47N 13°31,9E 0 Sm 0 SM
Sonne, ja Sonne, am Tag der Abfahrt. Um 6 Uhr ging sie auf, eine die momentan total blendete und dann in den beginnenden Tag strahlte. So neu nach dem lange und vielen Regen. Und los segelten wir, an Slowenien`s Piran, Kroatiens Umag vorbei um in Porec ein zu klarieren. Hindernis: Walter stand auf einmal mit dem Festmacher da, verdutzt, ohne Boot dran. Schnell fand sich die entlaufene "naja" wieder ein. Nach der ersten Formalität ging es gleich weiter, bei einem schönen Sonnenuntergang in die Nacht.(Nachtfahrt angesagt)
Porec 14.08 45°13,7N 013°35,1E 38 SM 38 SM
Um 4 Uhr ein Norder, der es dem Autopiloten schwer zu schaffen machte. Klüffer und Gross geborgen und weiter ging es mit 6 kn. Die Kraengung war zum Teil erheblich und das machte den Walter munter. Mali Losinig war um 6 Uhr morgens erreicht und wir gehoerig muede. Nichts zum trotz, das Wetter wurde noch unangenehmer und erst an der Südspitze von Unije fanden wir eine Mütze voll Schlaf. Um 16 Uhr weiter bei guten Wind zum Ankerplatz Orjule
Unije 15.08 44° 37N; 014°15E 89 SM 127 SM
Zadar 16.08 44°07,3N; 015°14,6E 38 SM 196 SM
Im Srednji Kanal Gross, Kluefer gesetzt, aber Schmetterling war aber dann angesagt bei Wind von Achtern. Schwierig am Anfang, nach Gewoehnung gings weiter nach
Milna 18.08 43°20N; 016°27 68 SM 242 SM
Die schoene Kulisse des Hafens waehrend des rein fahrens geniessen. In den Supermarket einkaufen, Caffee trinken und weiter, es wartete
Korcula 20.08 42°57,3N; 017°07,8E 67 SM 309 SM
Die Ankerbucht Luka war der richtige Platz für unsere "naja". Mit dem Beiboot gings an Land, um Stadt samt Internet-Caffee`s unsicher zu machen. Anschliessend abschied von Korculas praechtiger Inselwelt
Slano 23.08 42°47N; 017°54E 36,5 SM 413 SM
Dubrovnik 24.08 42°39N, 018°05E 10 SM 423 SM
Dubrovnik, Ausklarieren, wir wollten noch eine Seekarte kaufen. In der Stadt fanden wir keine Karten. Was solls (Nachtfahrt angesagt) nach zwei Naechten erreichten wir
Korfu 26.08 39°39,5N; 019°51.5E 226 SM 650 SM
Im Zollhafen Verwies man uns in eine nebenan liegende Marina zum Einklarieren, dort haetten sie einen Posten der uns auch Einklariert. Die Marina Pfenninggut, Der Ort, so stellte sich heraus war mir schon von einen frueheren Aufenthalt bekannt. Aus der Motorradzeit, da war ich mit dem Panfy im Camp Internaionalsoundso Beach . Die Devise hiess: (Nachtfahrt angesagt) weiter, weiter und so ging es wieder Tag und Nacht durch nach
Vathy 28.08 38°22N; 020°43E 106 SM 756 SM
Auf der Insel Itaka wussten wir noch nicht das man in jeden Hafen, sozusagen, einklarieren muss, verrueckt aber wahr. Als wir ablegten, mit einigen Schwierigkeiten, ablandiger starker Wind, das kuerzeste Boot und mit gesetzten Buganker. Da kam ein Uniformierter und wollte etwas. Spaeter konnten wir uns zusammen reimen was er wollte. Uns zwei Stempel geben. Nach schweren Sturm, Windstaerke 8 und schweren Regenschauern, auf dem Radar war nichts mehr zu sehen, erreichten wir:
Poros 29.08 38°09N, 020°47E 40 SM 796 SM
Ein verschlafenes Nest, der Diensthabende kam daher und wollte die Papiere bei Gelegenheit sehen. Bei dieser Amtshandlung erhob er gleich die Hafengebuehr von 3,67 Euro. Nach zwei Tagen (Nachtfahrt angesagt) ging es weiter nach:
Pylos 01.09 36°55N, 021°41E 90 SM 887 SM
Ein wunderbarer Naturhafen indem die Griechen ihre Unabhaengigkeit 1827 wieder zurückerhielten in dem die Verbuendeten Frankreich, England und Russland die Tuerkische Seestreitkraefte vernichtend schlugen. Die Leute, sehr freundlich, das Essen mundete sehr und nicht zu vergessen: Sehr preisswert. Aber die Ferne lockte und es wartete schon:
Mani (Limin Kagio Ankerb.) 03.09 36°26N, 022°29E 60 SM 947 SM
Die Ankerbucht war voll. Wir begnuegten uns mit einer abseitz gelegenen Bucht und so gingen wir gleich Ankerauf, als der erste Hahn schrie. Rundeten das oestlichste Cap des Peleponnes und gingen vor Anker bei einen maechtigen Felsen, den die Franken vor etlichen Jahren als Festung ausbauten.
Monemvasia 04.09 36°41.5N 023°02,7E 53 SM 999 SM
2 muede Seemeilen fehlten auf 1000 Seemeilen, aber wir wollten nicht mehr von der Kaimauer weg. So rundeten wir die Meilen Kaufmaennisch auf. Es wollte aber keine rechte Stimmung auf kommen. So nehme ich schwer an das Walter sich zum Zeitvertreib eine Ratte an Bord schmuggelte. Also wie auch immer, fuer Stimmung war gesorgt. Irgend wie sprang die Ratte dem Walter ans Knie. Das war im doch etwas zu viel. Leichenblass, geschockt meldete er aus dem Luk, in das ich gut einsehen konnte.: "Eine Ratte, sie geht mir ans Knie". Sichtlich war Ihm zuviel. Nach Ruecksprache mit einer Rattenexpertin (Young Ya) fuerten lautstarke Gummihammer schlaege, umraehmereien, Drohungen, ueberbrueckenden Baulichen Massnahmen zum Luk hinaus. Getrieben von diesen massiven Massnahmen, fluechtete sie ins Cockpit hinaus und sprang nach zweimaligen umsehen mit einen Hecht ins Wasser. Um dann in Richtung Land zu schwimmen, da verliess sie wohl der Mut bei der Entfernung, drehte in Richtung Boot, unsere entschlossenen Gesichter: "Nein hier nicht" beeindruckten Sie, so gings wieder auf Kurs Land. Wir indes zogen weiter gegen:
Nauplia 05.09 37°34N 022° 46.8E 57 SM 1056 SM
Ist eine schoene moderne Stadt die einem Touristen so ziemlich alles bietet. Von wegen Partnerstadt Ottobrunns, es war nichts zu erkennen, geschweige aus Gespraechen raus zu Hoeren. Was solls der Wind stimmte, die Segel rauf, ab ging es. Anfangs leise, mit auflebender Brise immer besser. Walter nun schon routiniert, kreuzte wie ein junger Gott gegen an. Waere er fast in einen Kreuzerrausch verfallen, ja wenn da nicht Petrus eine Gewitterwolke gesendet haette. Spaeter dann bei Spetai, da blieben die Gewitterwolken an den Bergen der Insel haengen. Wie Hornissen schwirrten uns jetzt, die aus Richtung Athen kommenden Motorboote um die Ohren. Auf der Autobahn konnte es als Geisterfahrer nicht schlimmer kommen, was fuer ein feeling. Die Nerven beruhigten sich erst langsam als wir in der Ankerbucht bei Dokos vor Anker lagen.
Dokos 06.09 37°20,5N 023°20,5E 41 SM 1098 SM
Die Flotte der Boote, Luxusjachten die aus Athen scheinbar kommen, reisst nicht ab. Was wir gestern noch andachten stellte sich heute als richtig heraus, sie kamen aus Athens vielen Jachthaefen. Alles fuhr schnurstracks nach Spetai. Was es da wohl gibt. Das alles spielte sich ab waehrend wir mit einen Hauch von Wind, segelten, trieben und gut, ja sehr gut fruestueckten. Danach Routine mit GPS, Autopilot und Motor da kein Wind, so steuerten wir Athen an. Piraeus, was fuer ein Name, alles voll. An der Innenseite der grossen Aussenmole werden wir abgelegt. Ein Platz der auch Nerven kosten sollte. Mit "Oberhaeuptling" dem Hafencommodanten hatten wir auch unseren Spass, er weniger, Zuletzt liess Er seinen Frust am Stempel, mit dem er unsere Papiere zu Muenzen praegen wollte, aus. Spaeter laechelte er, irgendwie tapfer.
Athen, Piraeus, Zeas 07.09 37°56,3N 023°39E 44 SM 1141 SM
Bis jetzt sind wir 1141Seemeilen gesegelt. Leider muss Walter nach Muenchen zurueck, zwar noch nicht begierig darauf seine Frau von den Bewerbern zu befreien wie einst Odyseuss. Oder vielleicht doch?
Servus, Pfird eich, bis dem naechst
Roman