500 Seemeilen-Regatta

Porec - Dubrovnik und zurück

Hier ein kleiner Erfahrungsbericht über meine erste Regatta:
Montag, 25 März 2002 nach der Arbeit bin ich sofort aufgebrochen. Mit dem Auto bin ich nach Triest gefahren. Dort erwartete Roman mich mit der NAJA. Gegen 22:00 Uhr war ich da. Hundemüde aber froh, endlich habe ich es mal wieder geschafft Roman auf seinem Schiff zu besuchen. Nachdem ich ausgepackt hatte, sind wir, Roman und ich , erst einmal Essen gegangen. Dann mein wohlverdienter Schlaf.

Am nächsten Morgen, gegen 09:00 Uhr bin ich aufgestanden. Roman war selbstverständlich schon seit Stunden wach und hat bereits Wasser gekocht für den Kaffee. Also, bin ich halt aufgestanden und habe mich dem Frühstück gewidmet. Nach dem Frühstück gab es viel Arbeit. Das Schiff mußte Regattatauglich gemacht werden. Das vordere Zimmer mußte aufgeräumt werden, damit die Taue, Segel und andere Utensilien übersichtlich aber dennoch platzsparend untergebracht werden konnten. Die ganze Zeit haben Roman und ich uns unterhalten. Roman sprach für mich Anfangs sehr unverständlich. Er hätte auch Chinesisch sprechen können. Ich hätte wohl genauso viel verstanden. Immer diese Seglerspache!! Bändsel, Poller, Heck, Bug, luv, lee, Klüver und dieses komische Segel, dessen Namen ich mir nie merken kann. Dieses, gleich hinter der Fock (oder Fok, oder so Ähnlich). Roman brauchte mit mir viel Gedult. Kurz und gut. An diesem Tag sind wir nicht gesegelt, aber Müde wurde ich trotzdem.

Mittwoch, heute müssen wir nach Porec fahren, denn morgen geht dort die Regatta los. Das Wetter ist herrlich. Ruhige See guter Wind. Was will man mehr! Ich nutzte die Zeit, mich mit dem segeln anzufreunden. Ich war zwar kein absoluter Anfänger. Ich bin mit Roman schon in Spanien zwei Wochen lang gesegelt. Aber ich habe eine ganze Menge vergessen. Auch hat sich das Boot verändert. In Spanien haben wir noch mit der Pinne gelenkt, jetzt hat er eine Radsteuerung. Die Wintschen hatte er früher auch noch nicht. An die konnte ich mich bis nach der Regatta nicht gewöhnen. Ja, der Roman brauchte viel Gedult mit mir.

Donnerstag, der große Tag ist gekommen. Ich habe mir die Gegner so angesehen. All die anderen Yachten waren mit vier oder mehr Leuten besetzt. Nur auf der NAJA, da bestand die Mannschaft nur aus dem Kapitän und seinem Bootsjungen. Aber nicht Bange machen lassen.

Der Start wurde im Hafen von Porec durchgeführt. Vorher wurden alle Motoren verplombt, damit keiner Schummeln kann. Dies stellte uns vor unser erstes Problem. Im Hafen war es fast Windstill. Wie also da raus kommen? Als wir endlich ein wenig Fahrt gemacht haben, unterlief mir ein kleiner Fehler, der uns die ganze Fahrt wieder nahm. Roman hat getobt. Alle Zuschauer hatten uns zugesehen. Eine Blamage! Aber wir haben überlebt. Den Hafen haben wir als letzte verlassen und Roman hat dann das Feld von hinten aufgerollt. Nach ein paar Stunden waren wir wieder im Feld. Dann machte ich einen Fehler. Wir wollten die Genua setzen. Also bin ich in den vorderen Raum gegangen und habe Roman das Segel gegeben. Doch dann frischte der Wind auf. Wir haben uns zu spät dazu entschlossen die Genua wieder einzuholen. Jetzt mussten wir uns beeilen. Und da geht bekanntlich alles falsch. Und zum Schluß ging ich dann bei aufgepeitschter See ins innere vom Schiff und nahm die Genua in Empfang. Bei dieser Aktion wurde ich dann Seekrank. Dieses Gefühl blieb dann bis nach Dubrovnik. Roman mußte ab jetzt alles alleine machen. Manchmal habe ich ihn abgelöst, doch lange hielt ich nie aus. Roman hat in diesen drei Tagen fast keinen Schlaf abbekommen. Ich schon!!

In Dubrovnik angekommen kam die Zeit der Ruhe. Schöner Yachthafen, schöne Stadt, das Schiff unbeschädigt. War alles bestens. Roman und ich konnten uns sammeln und die Heimreise planen. Wir haben diskutiert, was bei der ersten Etappe gut lief und was wir Ändern sollten.

Nach 2 Tagen Pause kam die zweite Etappe dran. Auch diesmal ging bei uns der Start daneben. Mit dem Start haben wir es halt nicht. Aber auch jetzt schafft es Roman wieder uns zurück ins Feld zu bringen. Doch jetzt hat uns das Glück verlassen. Kurz bevor wir den endgültigen Anschluß ans Feld geschafft hätten, kam eine Flaute. Die NAJA mit ihren 11 Tonnen Gewicht ist hier klar benachteiligt. Nachdem wir einen halben Tag lang auf der gleichen Stelle gedümpelt sind, beschlossen wir aufzugeben und motorten ein Stück, bis wir wieder Wind hatten. Die Regatta war für uns gelaufen. Mir ging es Gesundheitlich die gesamte Rückfahrt gut. Roman und ich haben uns abgewechselt mit der Arbeit. Die Fahrt war bis kurz vor Porec schön. Doch dann versagte der Motor. Gefrustet haben wir nun beschlossen Porec nicht anzulaufen und direkt Triest anzusteuern, weil ich am 8. April wieder arbeiten gehen mußte und wir nicht wußten, ob noch genug Zeit übrig ist. Wir haben es dann doch noch rechtzeitig geschafft. Den Samstag haben wir mit Aufräumarbeiten rum gebracht. Roman hat dann beschlossen mit mir mit nach München zu fahren, um Ersatzteile für seinen Motor zu besorgen.

Diese Regatta hatte alles was man braucht. Romantische Nächte, wilde Stürme, Flauten und Pannen. Trotz der Pannen hatte ich viel Spass. Ich danke dir Roman für den schönen Urlaub. Ich wünsche dir noch eine gute Weiterreise.